Die Kunst des Besprechens

Das Besprechen, auch Raten (von „Rat geben“), Beschreien oder Böten genannt, ist vermutlich die älteste Heilkunst der Welt. Sie beruht auf der Macht des Wortes, bzw. des konzentrierten Gedankens. Früher fand man in jedem Dorf eine Hexe oder eine weise Frau, die die Gabe hatte, Krankheiten und Warzen durch das Aufsagen von Gebeten oder Sprüchen zu heilen.
Wir können davon ausgehen, dass gerade in der heutigen Zeit alle Menschen diese Gabe als latente Möglichkeit zur Verfügung haben. Aber so wie jeder Mensch Autofahren oder Singen kann, ist nicht jeder ein Meister bzw. hat nicht jeder Interesse an dieser Tätigkeit. Wer es aber wirklich möchte, wird diese Fähigkeit in sich wachrufen und ausbilden können.                                                            
Traditionell wurden die Sprüche und Gebete, die über einer Wunde, Krankheit, Warze usw. gemurmelt wurden, geheim gehalten. Und auch heute noch wird kaum eine Besprecher/in oder Hexe ihre ureigensten Sprüche preisgeben, es sei denn, an ihre/n Nachfolger/in.

Die heutige Zeit erfordert oft auch eine erweiterte Herangehensweise. Wo früher in den meisten Fällen das Besprechen des körperlichen Symptoms ausreichend war, ist heute oft zusätzlich eine Behandlung der emotionalen und mentalen Hintergründe erforderlich.
Auch diese kann über eine Form des Besprechens mit einbezogen werden. Hier holt sich Shaman über seine erweiterte Wahrnehmung Informationen zu den tieferen Ursachen einer Erkrankung und spricht heilsame, harmonisierende Worte direkt ins Unterbewusstsein des Klienten. Dieser wird dafür in einen Zustand tiefster Entspannung geführt. So können die Anstöße zur notwendigen Veränderung am Alltagsverstand vorbei ins Unterbewusstsein gebracht werden. Von dort aus können sie ihre heilsame Kraft entfalten.