Krafttiere

Die verschiedenen Ebenen der Krafttierarbeit

In Bezug auf die Arbeit mit Krafttieren herrscht, wie ich immer wieder feststelle, beträchtliche Verwirrung. Von vielen Menschen wird unter Krafttier alles gefasst, was irgendwie mit geistig/ energetischer Arbeit mit Tieren zu tun hat. Nach meiner Kenntnis und Erfahrung gibt es aber wenigstens vier unterschiedliche Ebenen der Arbeit mit unseren tierischen Helfern und Lehrern aus der geistigen Welt:

  • Das schamanische Krafttier
  • Die zeitweiligen Helfer und Begleiter
  • Die symbolischen Repräsentanten unserer Energiezentren
  • Das Totemtier

Je nachdem, auf welcher Ebene ich mich bewege, sind auch durchaus unterschiedliche Formen des Kontaktes, der konkreten Arbeit, der Beziehungspflege und des Dankes sinnvoll.

 Als erstes will ich mich dem zuwenden, was als das schamanische Krafttier bekannt ist. Darunter verstehe ich das Tier, das mich mein ganzes Leben begleitet, ob ich davon weiß, oder nicht. Es ist vielleicht am ehesten der Idee des Schutzengels aus dem christlichen Bezugsrahmen vergleichbar. Auch ihn muss ich nicht kennen, damit er seine Aufgabe in meinem Leben erfüllt. Kenne ich ihn aber, so kann ich mit ihm in Beziehung treten, und einen laufenden Austausch pflegen, kann seine Kräfte bewusst rufen, und nutzen.                                                                                                                                                                                                                     So ist es auch mit dem Krafttier. Über meditative Arbeiten und Trancereisen kann ich erfahren, welche tierische Energieform es ist, die mich begleitet. Die Art des Tieres, das sich zeigt, gibt mir einen Einblick in die Kräfte die, vielleicht noch unbewusst, in mir vorhanden sind, bzw. mir zur Seite stehen. Über seine Lebensweise, die Charakteristika seiner Gattung, seine Art der Ernährung, der Jagd, der Brutpflege etc. erfahre ich eine Menge über mich selbst. Es repräsentiert einen Aspekt der Kräfte, die ich in meinem Leben mobilisieren und nutzen kann.                                                                                                                                                                    Wer regelmäßig mit seinem Krafttier arbeitet, es wirklich gut kennen lernt und eine Beziehung mit ihm unterhält, kann auch Informationen erbitten, kann sich führen lassen, ihm Aufträge (die sich natürlich nicht ungebeten auf dritte beziehen dürfen) erteilen, und ganz allgemein mit ihm zusammenarbeiten.                                                                                                                                 Für diejenigen, die schamanisch arbeiten, und regelmäßig durch die Welten reisen, ist das Krafttier Führer, Begleiter, Informant, Kraftspender, Heilungshelfer, Wegebereiter .... und vieles mehr. Das Krafttier kann Bereiche der Welten begehen und erschließen, wo ich so ohne weiteres nicht hin kann. Vielleicht leiht es mir sogar seine Gestalt........  Gerade bei der Rückholung von Seelenanteilen können die Krafttiere unschätzbare Helfer sein, denn die kindliche Seele fasst manchmal leichter Vertrauen zu einem Tier, als zu einem Menschen.



 Als zweites möchte ich mich dem zuwenden, was ich als „zeitweilige Lehrer, Helfer und Begleiter bezeichnen möchte. Jeder von uns kennt Situationen, Themen, Lebensphasen, wo er sich wünscht, er hätte jemanden an der Seite, der ihn unterstützt, der ihm „zeigt, wie es geht“, der Kraft, Schutz, Liebe etc. vermittelt.

Was genau ich damit meine, möchte ich Ihnen an einem Beispiel aus meinem Leben verdeutlichen. Ich bin verheiratet mit einem Mann aus Marrakesch. Wer schon einmal dort war, der weiß, wie es in der Altstadt zugeht. Heute geht es ja, aber so vor 10 Jahren war es ein einziges Tohuwabohu. Eine sehr enge Altstadt, 1000 Gässchen voller Menschen, Busse, LKWs, Pferde- und Eselsfuhrwerke, Mopeds, Taxis, Lastkarren und Händlern.............. Und mitten darin ich, mit meinem mitteleuropäischen Bedürfnis nach Raum, Abstand und Ruhe............                                                                                                                                                                    Ich habe mich sehr bedrängt gefühlt!                                                                                                                                                                    Kurz vor einer Reise nach Marrakesch bekam ich dann den Hinweis: Rufe das Stinktier an Deine Seite, dem macht jeder Platz. Damals war mein Wissen und Vertrauen noch sehr begrenzt......... ich war skeptisch.                                                                               Eines schönen Tages, mitten im  Nachmittagstrubel hatte ich genug, und rief ziemlich empört das Stinktier an meine Seite. Meine Ausstrahlung änderte sich offensichtlich schlagartig......... Mit einem mal hatte ich Raum, wurde nicht mehr ständig geschubst oder angesprochen.........Es wollte wohl niemand die Macht der Stinkdrüsen meines Begleiters erkunden!!!!!!!!! Diese Erfahrung hat mich überzeugt.                                                                                                                                                                                                                        Hier ist es nicht erforderlich, ständige Beziehungsarbeit zu leisten. Das Stinki kommt, wenn ich es brauche und verschwindet sofort, wenn die Bedrängnis vorbei ist.                                                                                                                                                                         So war auch meine Begegnung mit Großmutter Spinne zu werten, die in einer Phase großer Ungeduld zu mir kam. Sie lehrte mich, mich über Hindernisse und Zerstörungen nicht aufzuregen, sondern gelassen zu reparieren und mein Netz zu spinnen. Natürlich danke ich auch diesen Helfern für ihre Unterstützung, und insgesamt hat sich meine Einstellung zu Tieren sehr verändert. Aber an dieser Stelle ist ein ständiges Arbeiten an und mit der Beziehung einfach nicht erforderlich.                                                           Krafttierkarten bieten einen guten Zugang an dieser Stelle. Ich kann mir einfach für eine Situation eine Karte ziehen, und das betreffende Tier an meine Seite rufen.


 Ein weiteres spannendes Thema ist die Symbolarbeit mit Tieren. Das ist eine Möglichkeit, über Tiere den Zustand unserer Chakras zu erkennen und zu beeinflussen. Bei dieser Arbeit kommunizieren wir über die Tiere mit allen unseren Bewusstseinsschichten. Diese Arbeit beruht auf den Arbeiten von Stephen Galleghos, der das indianische Chakraheilen, bzw. die Totempolemethode entwickelt hat. Die Tiere, die hierbei gefunden werden, gehören direkt zu unserem Energiesystem, und sie dienen dazu, dort Einfluss zu nehmen. Ich würde sie nicht mit anderen Aufgaben betrauen. Diese Tiere werden über Meditation auf die einzelnen Chakras gefunden. Ihre Art, ihre Größe, ihr Zustand geben Aufschluss über die Befindlichkeit des jeweiligen Chakras. Die Art, wie sie sich zueinander und zu mir verhalten gibt mir Hinweise auf Traumata, Blockaden, vernachlässigte Bereiche, Kommunikationsstörungen im System etc. Diese Tiere können versammelt und in Kommunikation gebracht werden. Sie können sich zu bestimmten Problemen äußern, und Hilfe leisten. Sie möchten aber auch geachtet, respektiert und gepflegt werden!

Unglaublich?

Ich habe einmal mit einer sehr sanften jungen Frau gearbeitet, die an für sie selbst und ihre Umwelt völlig überraschenden und unverständlichen aggressiven Durchbrüchen litt. Im Laufe der Totempolearbeit zeigte sich im Solar Plexus ein riesiger, schwarzer, keilender und bockender Hengst und im Herzchakra ein kleines, mageres, struppiges Angsthäschen, das sich immer vor dem Hengst versteckte.

Es gelang mit der Zeit, die beiden dazu zu bringen, dass sie sich kennen lernten, und sieh da, sie mochten sich! Das Häschen überwand seine Angst, und durfte schließlich auf dem Hengst reiten. Es gewann Freude daran, und der Hengst gewähnte sich an seinen zarten Begleiter. Mit ihm auf dem Rücken kam bocken natürlich nicht mehr in Frage. Nach einigen Wochen bekam ich die Rückmeldung, dass die Klientin sich durchwegs kraftvoller und Selbstbestimmter fühle, und dass keine aggressiven Durchbrüche mehr nötig gewesen seien, da sie ihre Gefühle und Bedürfnisse ganz anders kommuniziere als bisher.



Die Indianer Nordamerikas, und viele andere, im schamanischen Bewusstsein lebende, Völker glauben, dass Totems - also Tiersymbole - essentielle Wahrheiten und die Verbindung zu den Kräften der Natur verkörpern. Ein Totem ist ein Tier bzw. ein natürliches Objekt, das wie ein Emblem bestimmte typische Eigenschaften verkörpert. Für die Indianer waren Tiere, deren Verhalten beobachtbar und vorhersehbar ist, besonders hilfreich für die Kategorisierung von menschlichen Verhaltensmustern.

Ein Totem spiegelt bestimmte Aspekte der Persönlichkeit wider und ist ein Schlüssel zum intuitiven Wissen, das jenseits allen intellektuellen Denkvermögens liegt. Ein Totem kann geschnitzt oder auf andere Art gestaltet sein, z.B. ein Bildnis, ein Stück Fell, eine Feder, ein Knochen, ein Zahn oder eine Klaue. Es dient als unmittelbare Verbindung zu den Energien, für die es steht. Deshalb ist ein Totem wirksamer als etwa eine Skulptur oder ein Symbol, um die nicht-physischen Mächte und gestaltenden Kräfte zu verstehen. Als Totem kann man auch unsere astrologischen Symbole sehen und natürlich die Tiere die nach den Symboliken verschiedener Völker dem Geburtsmonat eines Menschen zugeordnet werden.                                                         


In alten Zeiten oblag es dem Schamanen eines Stammes, ein Kind so lange zu beobachten, bis er erkennen konnte, welcher Tiergeist sich durch diesen Menschen ausdrücken will. Dieser Tiergeist wurde dem Kind als Totem zugeordnet, und dieses Totem als Schutzgeist aufgefasst, der den Menschen ein Leben lang begleitet, informiert, stärkt und schützt. Den Kontakt zu seinem Totem zu verlieren galt als Katastrophe.